Waterfall Enrichment durchsucht mehrere Datenquellen nacheinander, um fehlende Informationen zu ergänzen. Liefert ein Provider nicht das gewünschte Ergebnis, kommt der nächste zum Zug. Bei einer Lead-Liste kann das zum Beispiel bedeuten, anhand von Name und Unternehmen eine geschäftliche E-Mail-Adresse zu finden – oder über ein LinkedIn-Profil eine Telefonnummer zu ermitteln.

Entscheidend ist, wie viele zusätzliche, tatsächlich nutzbare Kontakte die Abfolge für Deine eigene Liste findet. Mehr Provider garantieren weder eine bestimmte Match Rate noch höhere Umsätze. In diesem Guide erfährst Du, wie der Workflow funktioniert, welche Eingabedaten Du vorbereiten solltest und anhand welcher Kriterien Du Ergebnisse übernimmst.

So funktioniert Waterfall Enrichment

Ausgangspunkt ist eine eindeutig identifizierbare Person und das Datenfeld, das Du benötigst. Ein Email Finder sucht nach einer Adresse; ein Email Verifier bewertet eine bereits vorhandene Adresse. Die beiden Tools lösen unterschiedliche Aufgaben.

Eine typische E-Mail-Suche läuft so ab:

  1. Die Identifikationsdaten der Person werden an den ersten Provider gesendet.
  2. Erfüllt das Ergebnis die Akzeptanzkriterien der Suche, wird es übernommen.
  3. Für Datensätze ohne Ergebnis wird der nächste Provider ausprobiert.
  4. Abschließend erhältst Du das Ergebnis samt Status oder den Hinweis, dass kein nutzbares Ergebnis gefunden wurde.

Der Waterfall Email Finder von Datablist verarbeitet die verbleibenden Datensätze nacheinander über die festgelegte Provider-Abfolge. Der Durchlauf kann auch enden, wenn die maximale Zahl an Provider-Versuchen oder ein Verarbeitungslimit erreicht wurde. Ein fehlendes Ergebnis beweist nicht, dass die Person keine E-Mail-Adresse hat.

Hier siehst Du eine beispielhafte Eingabe – keinen gemessenen Enrichment-Test:

Lead-IDNameUnternehmensdomainVorhandene E-MailAufgabe
L-101Alex Riveraexample.comLeerGeschäftliche E-Mail finden
L-102Sam Taylorexample.orgsam@example.orgVorhandene Adresse verifizieren
L-103Jordan LeeFehltLeerArbeitgeber ermitteln oder vorhandenes LinkedIn-Profil nutzen

Nur die erste Zeile ist für den E-Mail-Workflow mit Name und Unternehmen vorbereitet. Würdest Du alle drei Zeilen mit derselben Aktion verarbeiten, ließen sich fehlende Eingaben kaum von erfolglosen Suchen unterscheiden. Außerdem würdest Du unnötig Ressourcen für eine bereits vorhandene Adresse verbrauchen.

Waterfall-E-Mail-Suche in Datablist durchführen

1. Identifikationsdaten vorbereiten

Importiere Deine Leads in eine Datablist Collection. Behalte die ID aus Deinem CRM oder Deiner Quelldatei zusammen mit dem Namen der Person, dem Unternehmensnamen oder der Domain sowie allen bekannten Kontaktdaten bei.

Prüfe, ob das Unternehmen zum aktuellen Arbeitsplatz der Person gehört. Zwei gleichnamige Personen bei unterschiedlichen Arbeitgebern sind zwei verschiedene Sucheingaben. Entferne offensichtliche Lead-Duplikate vor dem Enrichment, damit Du pro gewünschtem Kontakt genau ein Ergebnis prüfen kannst.

2. Methode für die E-Mail-Suche wählen

Öffne Enrich und wähle Waterfall Email Finder. Stelle unter Email Search Method die Methode ein, die zu Deinen Daten passt:

  • By Name and Company (default): Ordne den Namen der Person und die Unternehmensdaten zu. Verwende nach Möglichkeit eine Unternehmensdomain.
  • By LinkedIn URL: Ordne die Profil-URL der Person zu. Die URL einer Unternehmensseite ist kein persönliches Profil.

Wenn Vor- und Nachname in getrennten Feldern stehen, ordne beide zu. Enthalten Deine Daten nur eine Spalte mit dem vollständigen Namen, konfiguriere dafür das Full-Name-Eingabefeld, statt den gesamten Namen in das Feld für den Vornamen einzutragen.

Waterfall Email Finder
Waterfall Email Finder

Mit der benutzerdefinierten Waterfall-Konfiguration kannst Du für die Methode mit Name und Unternehmen eine eigene Provider-Abfolge und Deine eigenen API-Keys hinterlegen. Prüfe zuerst die gewählte Suchmethode: Die benutzerdefinierte Abfolge ist keine universelle Einstellung für jeden Suchmodus.

3. Ausgabefelder konfigurieren und Stichprobe testen

Speichere die gefundene E-Mail-Adresse und ihren Status in getrennten Spalten. Behalte auch die Spalte mit der vorhandenen E-Mail, wenn Du alte und neue Kontaktdaten vergleichen möchtest. Bevor Du Dich für einen Export entscheidest, musst Du erkennen können, welcher Wert aus diesem Durchlauf stammt.

Starte am besten mit einer kleinen Collection aus repräsentativen Datensätzen: einem vollständigen Namen samt Domain, einem LinkedIn-Profil und einer Zeile mit fehlenden Eingabedaten. Prüfe die Ausgabe, bevor Du den Durchlauf auf Deine gesamte Liste ausweitest.

Aus der Ergebnisprüfung könnten sich diese Entscheidungen ergeben:

Ausgegebenes ErgebnisWas Du prüfen solltestNächster Schritt
E-Mail mit verifiziertem StatusPerson und Arbeitgeber stimmen mit der Eingabe übereinE-Mail und Status für Deinen Kontakt-Workflow übernehmen
E-Mail mit nicht verifiziertem StatusOb eine weitere Verifizierung nötig istGetrennt von verifizierten Ergebnissen aufbewahren
Keine E-Mail gefundenQualität der Eingabedaten und vorhandene IdentifikatorenEingabe verbessern oder Feld leer lassen
Fehlende oder ungültige EingabeFeldzuordnung und QuelldatensatzEingabe vor einem neuen Versuch korrigieren

Das sind mögliche Prüfszenarien, keine Zusage, dass bei jedem Durchlauf jeder Status vorkommt. Maßgeblich sind die tatsächlichen Statusspalten der gewählten Aktion. Ein technischer Fehler und eine abgeschlossene Suche ohne Treffer sind nicht dasselbe Ergebnis.

4. Datenherkunft beim Export erhalten

Exportiere die Quell-ID, die gefundene Adresse, den Status und alle Spalten, die Du für die Zuordnung zum ursprünglichen Kontakt benötigst. Ersetze eine bekannte E-Mail-Adresse nicht automatisch, nur weil eine neue gefunden wurde. Vergleiche zuerst die Identität und die Qualität des Ergebnisses.

Finanzielle Auswirkungen von Waterfall Enrichment

Zusätzliche nutzbare Kontakte können den erreichbaren Anteil einer Lead-Liste vergrößern. Das verbessert die Datenabdeckung. Der tatsächliche Umsatzbeitrag hängt jedoch davon ab, ob diese Kontakte relevant und erreichbar sind und überhaupt kaufen möchten.

Ein Beispiel: Liefert ein einzelner Provider für 55 von 100 Leads nutzbare Kontakte und eine Provider-Abfolge für 80, kommen durch die Abfolge 25 Kontakte hinzu. Bezogen auf die ursprünglichen 55 sind das rund 45 % mehr Kontakte. Das ist kein Beleg für 45 % mehr Umsatz. Die Zahlen dienen nur zur Veranschaulichung und sind keine Benchmark-Ergebnisse von Datablist.

Vergleiche bei Deiner eigenen Auswertung immer dieselbe Gruppe geeigneter Leads. Erfasse nutzbare Ergebnisse, zusätzliche Treffer gegenüber dem ersten Provider, erfolglose Suchen und die insgesamt verbrauchten Credits. Ein zweiter Provider lohnt sich, wenn die zusätzlichen Kontakte die Kosten und den Prüfaufwand in Deinem Workflow rechtfertigen.

Fünf gute Gründe für eine Waterfall

1. Lücken eines einzelnen Providers schließen

Eine zweite Quelle kann Informationen enthalten, die bei der ersten fehlen. Miss die zusätzlichen Ergebnisse, statt davon auszugehen, dass jeder Provider eine völlig neue Abdeckung liefert.

2. Manuelle Wiederholungen reduzieren

Eine Provider-Abfolge übernimmt die Fallback-Suchen für fehlende Ergebnisse. Du musst die Eingabedaten weiterhin vorbereiten und die Status prüfen, aber nicht jeden erfolglosen Datensatz manuell an das nächste Tool übergeben.

3. Suche passend zu Deinen Daten auswählen

Namen und Unternehmensdomains eignen sich für einen bestimmten Workflow, persönliche Profil-URLs für einen anderen. Wähle die Methode passend zu den tatsächlich vorhandenen Identifikatoren, statt fehlende Felder mit Vermutungen zu füllen.

4. Datensuche und Verifizierung trennen

Eine E-Mail zu finden, eine Person zu finden und eine Adresse zu verifizieren beantwortet jeweils eine andere Frage. Mit der passenden Aktion verhinderst Du, dass jedes ausgegebene Feld fälschlich als verifizierte Kontaktinformation behandelt wird.

5. Datenabdeckung nach Zielgruppe prüfen

Ein Gesamtergebnis für Deine Liste kann Unterschiede zwischen Ländern, Branchen oder Unternehmenstypen verdecken. Prüfe repräsentative Segmente, bevor Du die Provider-Abfolge in einem neuen Markt einsetzt.

Die passende Datablist Waterfall auswählen

Waterfall Email Finder

Nutze ihn, wenn Du die Person kennst und ihre geschäftliche E-Mail-Adresse benötigst. Bereite Name und Unternehmen oder eine persönliche LinkedIn-URL vor, wähle die entsprechende Suchmethode und prüfe anschließend die gefundene Adresse und ihren Status.

Den vollständigen Workflow für Kontaktlisten findest Du im Guide zum skalierbaren Finden von E-Mail-Adressen.

Waterfall Phone Finder

Nutze den Waterfall Phone Finder, wenn Du das LinkedIn-Profil einer Person hast und ihre Telefonnummer benötigst. Die Ausgabe enthält eine Telefonnummer, das Land und den Status der Nummer. Behalte beim Übertragen in ein anderes System die internationale Vorwahl bei.

Eine gefundene Nummer muss dennoch zu Deinem gewünschten Kontakt passen. Die Bezeichnung Waterfall garantiert weder, dass ausschließlich Mobilnummern ausgegeben werden, noch dass jedes Land abgedeckt ist.

Waterfall Phone Finder
Waterfall Phone Finder

Nutze Waterfall People Search, wenn Du das Unternehmen kennst und dort passende Personen finden möchtest. Die Unternehmensdomain bildet die Grundlage der Suche. Konfiguriere unter Waterfall Searches die Jobtitel, Abteilungen und Senioritätsstufen, die zu Deiner Zielgruppe passen.

Fallback-Suchkriterien können die Suche erweitern, wenn zunächst kein Ergebnis gefunden wird. Prüfe, ob die gefundenen Personen weiterhin Deine Targeting-Kriterien erfüllen. Ein Fallback-Jobtitel ist nicht automatisch gleichwertig mit Deiner ersten Wahl.

Waterfall People Search
Waterfall People Search

Eine Person neu zu finden und Daten zu einer bereits bekannten Person zu ergänzen sind unterschiedliche Workflows. Für das Enrichment bekannter Kontakte steht Waterfall People Enrichment zur Verfügung.

Waterfall Advanced Email Address Verification

Nutze Waterfall Advanced Email Address Verification, wenn bereits eine E-Mail-Adresse vorhanden ist. Die Ausgabe enthält den Status der E-Mail und die Begründung dafür sowie weitere Informationen, etwa ob es sich um eine rollenbasierte Adresse handelt.

Die Verifizierung hilft Dir, eine Adresse zu bewerten. Sie garantiert weder die Zustellung im Posteingang noch das Interesse des Empfängers oder die Erreichbarkeit zu einem späteren Zeitpunkt.

Waterfall Email Verification
Waterfall Email Verification

Use Cases für Waterfall Enrichment

CRM-Pflege: Ergänze fehlende Kontaktfelder, ohne die ursprüngliche Datensatz-ID zu verlieren. Prüfe Arbeitgeberwechsel, bevor Du einen bestehenden Kontakt aktualisierst. Unser Guide zur CRM-Bereinigung und Datenanreicherung erklärt den gesamten Prozess.

Account Research: Beginne mit Unternehmensdomains und nutze People Search, um relevante Rollen zu identifizieren. Bewahre Fallback-Treffer getrennt auf, wenn deren Rolle von Deinem bevorzugten Zielprofil abweicht.

Vorbereitung von Kontaktlisten: Finde fehlende E-Mail-Adressen und prüfe vor dem Export ihren Status. Verifiziere bestehende Adressen separat, statt für jede Zeile einen Email Finder auszuführen.

Häufige Fragen zu Waterfall Enrichment

Ist Waterfall Enrichment dasselbe wie gewöhnliches Data Enrichment?

Data Enrichment ergänzt bestehende Datensätze um Informationen. Waterfall bezeichnet dagegen eine Abfolge von Suchversuchen oder Fallback-Kriterien. Eine Abfrage bei nur einem Provider ist ebenfalls ein Enrichment, nutzt aber keine Provider-Waterfall.

Garantiert Waterfall Enrichment eine Match Rate von 80 %?

Nein. Die Abdeckung hängt von Deiner Zielgruppe, den Identifikatoren, den Providern und den Akzeptanzkriterien ab. Teste eine repräsentative Stichprobe und berechne die nutzbaren Treffer anhand derselben Gruppe geeigneter Eingabedaten. Ohne diese Angaben ist eine Prozentzahl keine brauchbare Prognose für Deine Liste.

Werden alle Waterfall-Aktionen nur bei erfolgreichen Treffern berechnet?

Nein, für die gesamte Suite gilt keine einheitliche Abrechnungsregel. Kosten und abrechenbare Ergebnisse hängen von der gewählten Aktion und Konfiguration ab. Prüfe vor der Verarbeitung einer großen Liste die aktuellen Nutzungsinformationen der Aktion und die Dokumentation zu Datablist Credits. Bei einer benutzerdefinierten Provider-Abfolge können außerdem Kosten über Deine eigenen Provider-Accounts entstehen.

Sollte ich jeden Datensatz ohne Ergebnis erneut verarbeiten?

Prüfe zuerst die Eingabedaten und den Status. Korrigiere ein fehlendes Unternehmen, einen veralteten Arbeitgeber oder eine ungültige Profil-URL, bevor Du es erneut versuchst. Eine unveränderte Suche zu wiederholen ist nicht dasselbe, wie ihre Eingabedaten zu verbessern.